Sonntag, 10. März 2013

Pimp my panova

Ich habe beschlossen, meine eher schmucklose Panova ein wenig zu tunen. Die Recherche bezüglich Panova hatte sich in der Vergangenheit ja schon als eher schwierig gestaltet. Auch die Fragestellung, ob eine Panova bestickt war oder nicht, wird wohl eher unbeantwortet bleiben. Meine slawische Darstellung tendiert also eher in Richtung Gromi, aber ich habe zumindest versucht, slawische Muster zu verwenden.

Gestickt mit krappgefärbten Seidengarn. Einen neuen walnussgefärbten Gürtel in Tuchbindungs gabs noch extra.



 

Sonntag, 24. Februar 2013

Alternative zum Gambeson: Der "Kampfkaftan"

Zu Alriks Hobby gehört auch FMA-Freikampf nach den Regelsystemen Huscarl und Codex Belli. Dafür ist natürlich eine Schutzausrüstung notwendig, die bisher aus einem 0815-Baumwoll-Gambeson und Lamellarrüstung bestand. Mit dem Baumwoll-Gambi waren weder Alrik noch ich jemals richtig glücklich, da das Ding fürs Frümi weder nachgewiesen war, noch durch schönes Design glänzte. Deshalb hatten wir die Idee, diesen durch ein gefüttertes Kleidungsstück zu ersetzen (Ich nenne es im Folgenden einfach Kampfkaftan :-), wie es vielleicht genutzt worden hätte sein können. Man merkt schon, auch das ist nicht nachgewiesen, aber doch deutlich vertretbarer als ein gesteppter Baumwoll-Alptraum.

Insgesamt hat mich dieses Projekt die letzten Wochen begleitet, und mich stellenweise echt schon genervt. Mit dem Ergebnis sind wir aber eigentlich ganz zufrieden. Nächstes Wochenende wird es dann seinen ersten Praxistest haben, und wir können es dann hier und dort noch ein wenig optimieren.

Die Fakten: Außenlage walnussgefärber Köper, Innenfutter ungefärbtes Leinen, Besätze und Säume aus rotem Leinwandwollstoff, gefüttert mit 3 Lagen Umzugsdecken vom Baumarkt (irgendwo muss man ja Abstriche machen ;-)

Ich habe zunächst alle Einzelteile (jeweils aus Wolle, Leinen und 3mal Futter) an den Kanten zusammengesteppt, und die Einzelteile dann mittels Sattlerstich zusammengenäht. Das war teilweise ein Kraftakt für die Finger, da ich durch 10 Lagen Stoff nähen musste. Die Kanten haben alle einen Besatz bekommen, da ein Umschlagen des Stoffes auf die linke Seite bei der Dicke nicht mehr gut ausgesehen hätte. Auf der Innenseite wurden die Säume noch vernäht, Alrik hat fix ein paar Hornknebel gefeilt, der Kaftan hat ein paar Zierriegel bekommen - et voilà, fertig.




Alrik hat das Ding dann gleich mal kurz Probe getragen, um zu gucken, ob es noch irgendwo zwickt. Zum Glück ist das Gegenteil der Fall: der Kampfkaftan sitzt gut, und engt in der Bewegung nicht ein. Und auch der Lamellar passt noch drüber.









Sonntag, 17. Februar 2013

Haithabu-Tasche. Oder: wovon Frau nie genug haben kann

Meine Haithabu-Tasche ist schon eine ganze Weile fertig und auch in Gebrauch. Fazit: sie hat sich absolut bewährt. Die Bügel sind aus Eiche und mit Öl behandelt und durch einige Sonnentage auch schon deutlich nachgedunkelt. Die Tasche ist aus walnussgefärbtem leinwandbindigem Wollstoff, und mit ungefärbtem Leinengarn vernäht. Auch die Verbindung zwischen Bügel und Wollstoff ist Leinengarn. Ursprünglich war die Verbindung auch aus Wollstoff, das fand ich dann aber zu klobig, und habe den Wollstoff durch das Leinengarn ersetzt.






Und weil ich die Tasche so hübsch und praktisch finde, und Frau eigentlich nicht genug Handtaschen haben kann, hat Alrik mir ein weiteres Paar Taschenbügel gebaut. Diesmal ein anderes Modell, maßstabsgetreu und wie der Vorgänger auch aus Eiche. Ich bin ganz hin und weg, und muss sagen, dass mir diese Variante noch besser gefällt als die erste.






Diesmal möchte ich aber die Tasche nicht wieder aus Wollstoff nähen, sondern ein wenig interpretieren. Da ja außer den Bügeln bis auf ein paar Wollfasern nichts gefunden wurde, ist ein wenig Spielraum für Spekulationen da. Bald mehr dazu :-)

Mittwoch, 30. Januar 2013

Schmuckinventar Weingarten Grab 111

Ich komme meiner geplanten Alamannen-Darstellung immer näher. Das Unter- sowie Überkleid sowie die Wadenschläuche sind fertig genäht (Fotos wollte ich gerne im getragenen Zustand machen, werden noch nachgereicht), und der Schmuck wird auch immer mehr.

Da in meinem Grab noch die Vier-Fibel-Tracht vorherrscht, darf ich sowohl Bügelfibeln wie auch Kleinfibeln tragen. Eine der Bügelfibeln befindet sich schon in meinem Besitz, die zweite kommt hoffentlich im Februar. Der Hersteller ist Christian Frey, und ich muss sagen, die Qualität der Fibel ist wirklich herausragend.

Die kleinen Pferchenfibeln muss ich noch als Auftragsarbeit ordern, ebenso wie den Ring.

Die Gürtelschnalle sowie 2 kleine Schnallen für die Wadengarnitur und 3 Kettenglieder kamen heute an. Frieda und Liuthar von den Hegaugens (und mittlerweile auch ASK-Alamannen) haben echt tolle Arbeit geleistet.

 Somit fehlt also nicht mehr sehr viel, und ich habe eine kleine Alamannen-Darstellung aufgebaut. :-)




Freitag, 4. Januar 2013

Das mach ich im Winter Teil 2: Alamannen-Recherche

Über Alamannen habe ich immer mal wieder etwas gelesen. Nachdem ich mir ja aber eine kleinere Alamannen-Darstellung aufbauen möchte, komme ich um Quellenrecherche nicht herum.

Ich habe mich für ein Grab aus dem Gräberfeld Weingarten entschieden (mehr dazu in einem Post später) und dazu ein wenig Literatur geholt, und bin bereits begeistert beim Blättern des echt tollen Fundkatalogs "Das frühmittelalterliche Gräberfeld bei Weingarten I). Und auch zu Gültlingen, in dem wir ja jetzt wohnen, brauchte ich unbedingt ein wenig Lesestoff. Die beiden allgemeinen Kataloge (z.B. den wirklich genialen Katalog der Ausstellung damals in Stuttgart) habe ich schon ein paar Jahre, bin aber nie so wirklich dazu gekommen, den durchzuackern.

So, ich bin dann mal weg - lesen :-)