Wie im letzten Post ja schon beschrieben, feilt Alrik an seiner kurischen Kampfdarstellung. Dazu gehört natürlich auch ein wenig Klimbim. Heute fertig geworden: ein kleines kurisches Kammamulett.
Zudem "darf" er noch ein paar Ringe für Ketten erstellen:
denn: ich habe schon seit längerem eine livische Darstellung im Auge, die ich diesen Winter gerne in Angriff nehmen möchte:
Das ist einiges an Ketten-Metern, die wir in diesem Winter gemütlich abends auf der Couch fertig stricken wollen. Zudem kommen dann die doppelten Kettenverteiler dazu, plus einige der Halsketten. Ich werde sicher nicht alles aus diesem Grab umsetzen. Auf dieses Grab kam ich eher durch reinen Zufall. Mit meiner Sippenschwester Fjoergyn tauschte ich letztes Jahr meine kleinen Birka-Ovalfibeln gegen ihre deutlich größeren und schweren Artgenossinnen. Ihr waren sie einfach zu schwer und zu protzig. Irgendwann später kaufte ich mir das Buch über das livische Gräberfeld "Salaspils laukskola" und entdeckte die ertauschten Fibeln dort. Sie gleichen den abgebildeten fast haargenau.
Im Laufe des Winters werde ich sicher ab und zu über dieses Projekt berichten. Wenn jemand Tipps und Erfahrungswerte mit dem Nähen eines Peplos hat, immer her damit :-) Das ist nämlich Teil der livischen Gewandung und ich würde das gerne relativ schnell umsetzen.
Sonntag, 10. November 2013
Samstag, 26. Oktober 2013
Kurisches Hiebmesser aus Girkaliai (heutiges Litauen), Grab 5, 9.-10. Jhdt.
Alrik und ich interessieren uns seit geraumer Zeit für die vergangenen baltischen Völker, wie etwa die Lettgallen, Semgallen, Selonen, Liven oder Kuren. Gerade die Kuren sind auch als baltische Wikinger bekannt, und waren vermutlich das "aggressivste" baltische Volk, das auch häufigen konfliktbeladenen Kontakt zu den Skandinavier und Dänen hatte. Da Alrik seine Kampfdarstellung ein wenig umorientieren/erweitern möchte, lag es nahe, sich die Kuren näher anzusehen.
Durch unseren Besuch in Lettland letztes Jahr kamen wir gut an Literatur zu den Kuren, die wir hier vermutlich eher schlecht erhalten hätten. Unsere Hauptliteratur war dabei der hervorragende Katalog des litauischen Nationalmuseums (The Curonians - Tribe culture according to the burial data), der die wichtigsten archäologischen Fundstätten der Kuren in Lettland und Litauen zusammenfasst, und das zum Glück zweisprachig (litauisch und englisch). Die Publikation "Couronians in Antiquity" gab uns einen Gesamtüberblick über die Kuren. Und dann wurde uns noch ein opulenter Bildband (leider nur lettisch, dafür aber übervoll mit Fundbildern, Zeichnungen und Grafiken) empfohlen. Vom gleichen Autor hatten wir daheim noch ein deutschssprachiges Buch über Lettlands frühgeschichtliche Völker (Arnis Radins - Lettlands viele Völker). Alles in allem also genügend Literatur für Alriks Kampfdarstellung.
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Begonnen hat Alrik mit einem Hiebmesser aus Girkaliai (liegt im heutigen Litauen), Grab 5, datiert auf das 9.-10. Jahrhundert. Das Hiebmesser wurde hier (http://vikinghandcraft.blogspot.de/2013/09/schaukampf-saxe.html) schonmal vorgestellt, nun ging es an die Scheide dazu.
Ausgangsfund war dieser:
Und heraus kam Folgendes:
Als nächstes kommt dann die Klamotte (für die ich zuständig bin), und ein kurischer Helm sowie diverser Kleinkram wie Schmuckzubehör.
Durch unseren Besuch in Lettland letztes Jahr kamen wir gut an Literatur zu den Kuren, die wir hier vermutlich eher schlecht erhalten hätten. Unsere Hauptliteratur war dabei der hervorragende Katalog des litauischen Nationalmuseums (The Curonians - Tribe culture according to the burial data), der die wichtigsten archäologischen Fundstätten der Kuren in Lettland und Litauen zusammenfasst, und das zum Glück zweisprachig (litauisch und englisch). Die Publikation "Couronians in Antiquity" gab uns einen Gesamtüberblick über die Kuren. Und dann wurde uns noch ein opulenter Bildband (leider nur lettisch, dafür aber übervoll mit Fundbildern, Zeichnungen und Grafiken) empfohlen. Vom gleichen Autor hatten wir daheim noch ein deutschssprachiges Buch über Lettlands frühgeschichtliche Völker (Arnis Radins - Lettlands viele Völker). Alles in allem also genügend Literatur für Alriks Kampfdarstellung.
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Begonnen hat Alrik mit einem Hiebmesser aus Girkaliai (liegt im heutigen Litauen), Grab 5, datiert auf das 9.-10. Jahrhundert. Das Hiebmesser wurde hier (http://vikinghandcraft.blogspot.de/2013/09/schaukampf-saxe.html) schonmal vorgestellt, nun ging es an die Scheide dazu.
Ausgangsfund war dieser:
Und heraus kam Folgendes:
Als nächstes kommt dann die Klamotte (für die ich zuständig bin), und ein kurischer Helm sowie diverser Kleinkram wie Schmuckzubehör.
Montag, 7. Oktober 2013
5. Heerlager Hermsdorf
Alrik und ich waren mal wieder auf dem Heerlager Hermsdorf. Zuletzt waren wir vor 3 Jahren dort, und mittlerweile ist das Wiki-Lager ziemlich groß geworden. Abgesehen von ein paar organisatorischen Dingen (der Veranstalter weigerte sich zunächst, trotz wirklich kalter Temperaturen und vielen Menschen genügend Feuerholz bereitzustellen - ein Unding! Wurde zum Glück dann doch), war es ein wirklich witziges und tolles Lager. Wir durften beim Organisator, der Königswald-Sippe, lagern und wurden wirklich hervorragend verköstigt.
Wir kommen nächstes Jahr gerne wieder :-)
Wir kommen nächstes Jahr gerne wieder :-)
Samstag, 14. September 2013
Schaukampf-Saxe
Alrik hat sich vor kurzem 2 Schaufkampfsax-Klingen gekauft, und kam nun neulich dazu, den beiden einen Griff zu bauen. Materialien: Eichenholz, Geweihstücke, Leder und Messingplatten sowie -draht.
Donnerstag, 12. September 2013
Interpretation der Gokstad Kiepe / Gokstad Back Pack
Die letzten Wochen war ich immer mal wieder an einem größeren Projekt dran. Ich wollte schon seit ewigen Zeiten die allseits bekannte Gokstad-Kiepe bauen. Alrik hatte mir dazu schon letztes Jahr die beiden Holzteile, Boden und Deckel, aus Eiche gebastelt. Sie sind wie im Original aus Eiche und auch die Größe haben wir versucht einzuhalten, ebenso die Dicke. Das war ein kleiner Kraftakt, denn Alrik hat dafür ein dickes Brett quer zersägen müssen.
Die Schnitzereien wollte ich nicht unbedingt, die wurden also weggelassen.
Zum Korpus habe ich mir etwas länger Gedanken gemacht. Es gibt ja einige Interpretionen aus Korbweide. Das fand ich nicht ganz so einleuchtend, da die Löcher rundrum doppelreihig verlaufen, und diese für ein Korbgeflecht eher unpraktisch sind. Logischer erschien mir da, dass der Korpus zwischen diesen Löchern festgenäht wird. Da die Löcher ca. 3-4 mm Abstand voneinander haben, musste das Material auch annähernd diese Dicke aufweisen. Zunächst wollte ich Birkenrinde verwenden. Leider hatte ich Angst, nicht genügend dickes Material zu bekommen, und auch, dass die Rinde dann an den Trägern im Gebrauch reisst. Letztendlich habe ich mich für dickes Rindsleder entschieden, und bin auch mit der Wahl sehr zufrieden.
Das Leder wurde zunächst unten am Boden vernäht, dann war die Naht am "Rücken" dran, und der obere Rand bekam noch eine verstärkende Umrandung. Der Deckel wurde dann mit 2 Schlaufen verbunden. Die Träger habe ich aus Leinenstoff genäht, und mit Leder am Korpus verbunden. Jetzt sind Alrik und ich gespannt, wie sich das Ding im Wiki-Alltag schlägt ;-)
Einen super Artikel mit Bildern des Orignals sowie Maßen und Theorien zum Rucksack findet man hier: http://web.missouri.edu/~rls555/SCA/research/gokbkpk/gokbkpk.htm
Die Schnitzereien wollte ich nicht unbedingt, die wurden also weggelassen.
Zum Korpus habe ich mir etwas länger Gedanken gemacht. Es gibt ja einige Interpretionen aus Korbweide. Das fand ich nicht ganz so einleuchtend, da die Löcher rundrum doppelreihig verlaufen, und diese für ein Korbgeflecht eher unpraktisch sind. Logischer erschien mir da, dass der Korpus zwischen diesen Löchern festgenäht wird. Da die Löcher ca. 3-4 mm Abstand voneinander haben, musste das Material auch annähernd diese Dicke aufweisen. Zunächst wollte ich Birkenrinde verwenden. Leider hatte ich Angst, nicht genügend dickes Material zu bekommen, und auch, dass die Rinde dann an den Trägern im Gebrauch reisst. Letztendlich habe ich mich für dickes Rindsleder entschieden, und bin auch mit der Wahl sehr zufrieden.
Das Leder wurde zunächst unten am Boden vernäht, dann war die Naht am "Rücken" dran, und der obere Rand bekam noch eine verstärkende Umrandung. Der Deckel wurde dann mit 2 Schlaufen verbunden. Die Träger habe ich aus Leinenstoff genäht, und mit Leder am Korpus verbunden. Jetzt sind Alrik und ich gespannt, wie sich das Ding im Wiki-Alltag schlägt ;-)
Einen super Artikel mit Bildern des Orignals sowie Maßen und Theorien zum Rucksack findet man hier: http://web.missouri.edu/~rls555/SCA/research/gokbkpk/gokbkpk.htm
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