Freitag, 27. April 2012

Die Trachtbestandtteile der Frauenkleidung in Birka - Kleeblattfibeln

Kleeblattfibeln sind ein wichtiger Bestandteil des Frauenschmucks. Immer wieder sieht man ihre Verwendung als Ersatz von Ovalfibeln (wohl aus dem einfachen Grund, dass Kleeblattfibeln wesentlich günstiger zu haben sind als Ovalfibeln). Gegen diesen "Marktgebrauch" der Kleeblattfibeln sprechen archäologische Funde. Hier eine kleine Einführung.

Kleeblattfibeln scheinen ihre Herkunft im karolingischen Raum zu haben. Dort hatten sie eine Funktion als Riemenverteiler und waren v.a. mit einer acanthusartigen Pflanzenornamentik verziert.
In Skandinavien wird die Funktion und z.T. auch das Aussehen der Fibeln verändert. Sie wurden zur Fibel umfunktioniert, und ihre Ornamentik wurde dem skandinavischen Geschmack angepasst.

In Birka wurden 23 Kleeblattfibeln gefunden, 20 davon in Frauengräbern. Typologisch lassen sie sich in 6 Gruppen einteilen.

Gruppe 1: Kleeblattfibeln mit Spiralornamentik (JP 88, JP 90 u.a.; Bj 465, 466, 517, 605A, 642, 843A, 968, 1062)
Quelle d. Abbildung: Birka II:1, Systematische Analysen der Gräberfunde



Gruppe 2: Kleeblattfibeln mit reinem Flechtbandschmuck (Bj 738, 860 A, SHM ohne Inv. Nr.)
Quelle d. Abbildung: Birka II:1, Systematische Analysen der Gräberfunde




Gruppe 3: Kleeblattfibeln mit U-förmigem Schmuck in der Mitte der Zipfel (JP 92, 94; Bj 468, 631, 841)
Quelle d. Abbildung: Birka II:1, Systematische Analysen der Gräberfunde




Gruppe 4: Kleeblattfibeln mit Furchen- und Punktkreisverzierung (Bj559)
Quelle d. Abbildung: Birka II:1, Systematische Analysen der Gräberfunde




Gruppe 5: Kleeblattfibeln mit Tierornamenten (JP 97, 98, 115; Bj 480, 839, 882, 954, 1159, SHM 463:9c, SHM 5208:68)