Freitag, 5. Oktober 2012

Lettland-Urlaub 2012

Alrik und ich waren für eine Woche in Lettland. Hauptsächlich haben wir Riga besucht, haben aber auch einen Tagesausflug ins Umland nach Araisi und Cesis unternommen. Warum das einen Blogeintrag wert ist? Alrik und ich möchten darstellungstechnisch Neuland betreten, und eine lettgallische (vielleicht auch semgallische) Rekonstruktion aufbauen. Dafür war es uns wichtig, einige Museen vor Ort zu besuchen, und ein Gefühl für das Land zu erhalten. Das haben wir mit dieser einen Woche definitiv, und es wird nicht unsere letzte Reise nach Lettland gewesen sein.
Es werden in diesem Blog also in Zukunft einige Beiträge nicht mehr den Fokus rein auf der Wikinger-Darstellung haben, auch wenn das auch zukünftig unsere Hauptdarstellung ist. 

Riga an sich ist eine tolle Stadt. Die Altstadt ist einfach nur bezaubernd, verwinkelt, überall kann man neue Dinge entdecken, und das Angebot an Pubs und Kneipen ist überwältigend.


Sehr cooler Woll-Laden, der von außen mit Guerilla-Knitting auf sich aufmerksam macht


Rigas Zentralmarkt - ehemalige Zeppelinhallen, in denen viel Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse und diverser anderer Kram angeboten wird. Meist von Russen besucht und betrieben.

Geräuchertes Hühnchen. Ein wirklich seltsames geschmackliches Ereignis. Wenn man es nicht wüste, würde man es geschmacklich für Fisch halten.

Pflichtbesuch war natürlich das Historische Museum in Riga, das eine Ausstellung zu lettgallischen, semgallischen, selonischen und kurischen Trachten und Trachtbestandteilen hatte. Leider war die Ausstellung in Teilen veraltet, dafür waren die Rekonstruktionen einfach nur gut und handwerklich hervorragend gemacht.








Wunderschöner Webkam aus dem 18. Jhd. (aus einem Stück geschnitzt!)

Begeistert war ich natürlich auch von den Birkenrindendosen ;-)

Die linke Dose ist eine typische Form aus Lettland






Wir haben uns für einen Tag einen supersüßen alten Vintage-VW-Käfer gemietet (in rosa!), und sind damit nach Araisi (einer rekonstuierten lettgallischen "Seefestung") und Cesis gedüst.


Araisi


Überreste einer Ordensritterburg



Die Burg in Cesis

Cesis

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Kulturell haben wir einiges weiteres mitgenommen (ethnographisches Museum, usw). Was uns aber wohl am meisten imponiert hat, war die Freundlichkeit der Letten. Wir haben während unseres Aufenthaltes zum einen Artis und Santa kennengelernt, die Alrik mal via Facebook zu Lettgallischem Kram kontaktiert hatte. Prompt wurden wir von Artis in sein Zuhause eingeladen, und haben dort wirklich stundenlang Rekonstuktionen bestaunt, Bücher gewälzt (und ISBN-Nummer abgeschrieben), und sehr interessante Gespräche über Darstellungen und Reenactment im Allgemeinen gehabt (sehr witzig z.B: bis vor Kurzem gab es auch in Lettland die Unsitte der Steckstühle. Mittlerweile hat sich das aber wohl wieder gelegt). Santa hat mir viele Tipps zu den tollen Tüchern gegeben, und ich bin ganz beruhigt, dass ich das jetzt auch schaffe :-)



Am nächsten Tag haben wir Ilze (ebenfalls Reenactor) und einige ihrer Truppe im wohl besten Pub Rigas getroffen (Folkklub Alas Pagrabs, der jeden Tag echt coole Live-Folk-Mucke zu bieten hat). Eigentlich wollte ich sie auch ausquetschen zur Darstellung, aber irgendwie haben wir den Abend mit trinken, tanzen und quatschen verbracht. Die Musik war aber auch zu gut, und die Truppe zu feierfreudig. Es spielte eine extrem gute Band, und Alrik und ich wurden genötigt, einige traditionelle lettische Tänze mitzumachen. Faszinierend war, dass wirklich Alt und Jung nebeneinander auf der Tanzfläche rumhopsten, und jeder die alten Folksongs mitsingen konnte. Ein wirklich schöner und lustiger Abend, an dem wir viele nette Einheimische kennenlernen durften.



Ich schwelge immer noch in Erinnerungen, und kann Lettland wirklich nur weiterempfehlen. Ein schönes Land mit freundlichen Menschen und interessanter Kultur.

Kommentare:

  1. Klingt nur cool !
    Hey - die Brettchen sind ja wohl geil !!! Und die Stoffe...

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  2. Es war auch wirklich cool :-)
    Der Vorteil an diesem etwas angestaubtem Museum war, dass die Ausstellung (wie auch die alte Ausstellung in Haithabu) absolut reenactor-tauglich war, weil einfach viele viele Funde wild durcheinander ausgestellt waren. Von den Brettchen war ich übrigens auch sehr angetan, die waren nämlich schön beschnitzt zum Teil...

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  3. UIUIUIUIUIUIUI... weiß gar nicht wo ich anfangen soll...ich habe sowieso das Problem, dass ich Ausstellungen immer so rezipiere wie Versandhauskataloge*ggg*. Der Käfer ist echt der Hammer, und der Folkabend klingt nach einer Riesenpaaddy! Schön, dass Ihr soviel Freude hattet!:-)

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  4. Oh ja, es war echt ne Paaddy, die Leutchens da drüben wissen echt, wie man feiert :-) Nur leider ist der Cider dort nicht ganz so lecker wie der auf den Inseln... aber hey, irgendwo muss man ja Abstriche machen^^

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